Das Heim #rezension #buchrezension

Guten Morgen Bücherfreunde

Heute feiere ich meinen 27. Geburtstag, wie die Zeit vergeht. Passend zum Thema Alter und Älterwerden stelle ich euch den gruseligen Roman „Das Heim“ von Mats Strandberg (2018) vor, erschienen bei Fischer TOR.

Elizzy von readbooksandfallinlove.com und ich waren vor einigen Wochen im Buchhandel und sie drückte mir diese Lektüre in die Hand. Der Klappentext weckte mein Interesse, da die Geschichte das Thema Demenz aufgreift. Da ich selber Familienangehörige hatte, die unter dieser Krankheit litten, war ich gespannt, wie Strandberg die Symptome, den Verlauf und die Auswirkungen dieser tückischen Last in seine Handlung einbaut und ob er sich der gängigen Klischees bedient.

Das Cover ziert eine in die Jahre gekommene Dame, die aus einer schwarzen Masse direkt in die Augen des Betrachters starrt. Es wirkt bedrückend und beängstigend, man möchte mehr über die Figur auf dem Umschlag erfahren und was sie im Seniorenzentrum durchlebt. dasheim

Inhalt gemäss Orell Füssli:

Zum ersten Mal nach zwanzig Jahren kehrt Joel zurück in sein Heimatstädtchen an der schwedischen Westküste, um seine demenzkranke Mutter zu pflegen. Seit ihrem Infarkt ist Monika nicht mehr dieselbe, und schweren Herzens bringt Joel sie im Seniorenheim unter, wo sie sich zunächst zu erholen scheint.

Doch schon bald verschlechtert sich Monikas Zustand: Sie magert ab. Wird ausfallend. Und spricht dunkle Geheimnisse aus, von denen sie eigentlich gar nichts wissen kann. Manche der Alten halten sie deshalb für einen Engel, andere für einen Dämon, und auch auf Joel wirkt seine Mutter, als wäre sie nicht sie selbst.

Eine von Monikas Pflegerinnen ist Joels Jugendfreundin Nina. Seit zwanzig Jahren haben die beiden nicht miteinander gesprochen, und so schmerzhaft sich ihre Wege damals getrennt haben, so schmerzhaft ist jetzt ihr Wiedersehen.

Und als sich die beklemmenden Vorkommnisse im Heim häufen, findet Joel ausgerechnet in Nina eine Verbündete, um dem Grauen entgegenzutreten.

Fazit:
Das Buch ist brutal ehrlich! Alle schmutzigen, perfiden Gedanken der Pfleger wurden schonungslos niedergeschrieben. Sie wünschen den Alten heimlich den Tod, möchten sie erledigen, um wieder aufzuatmen. Sie ekeln sich vor den schwachen und ausgemergelten Körpern, das Waschen und Säubern bereitet ihnen grosse Mühe. Der Leser kann den langsamen Zerfall der an Demenz erkrankten Patienten, das Vergessen, die Aggressionen, das Wiederholen, die Trauer um den Verlust hautnah miterleben. Das Buch lässt Dich erschaudern, Du bist völlig sprachlos, entsetzt und aufgebracht. Für die gründliche Recherche erhält Strandberg von mir einen Pluspunkt. Das, was er in „Das Heim“ beschreibt, ist die pure Wahrheit. Es ist das, was sich hinter den Mauern der Seniorenzentren abspielt!

Sein Schreibstil ist äusserst angenehm, mit viel Dialogen und aus der Perspektive von Joel und Nina geschrieben. Ab und zu fällt ein Kapitel unter den Titel Nebelfenn und berichtet über den Alltag im Heim.

Leider hätte die Geschichte noch viel mehr Potential gehabt. Die Verstrickung von Demenz und Übernatürlichem ist dem Autor nicht besonders gut gelungen und lässt am Ende des Romans viele unbeantwortete Fragen offen. Wahrscheinlich müsste man das Buch mehr als einmal lesen, um die Absicht Strandbergs zu verstehen. Dennoch erhält die Geschichte von mir 3,5/5 Punkten.

Das Buch ist hier erhältlich.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!
Eure Melanie

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