Mord im Orient Express #rezension #buchtipp

Guten Abend liebe Bücherfreunde,

endlich einmal wieder ein Buch, das mir wirklich gefallen hat. Als dritte Lektüre für unseren Lesekreis „Kirja“ haben wir Mord im Orient Express von Agatha Christie gewählt. Ein zeitloser Klassiker, viele äusserst verdächtige Gestalten und ein ratefreudiger Detektiv, der die ganze Situation sehr gelassen nimmt. Den Film habe ich vor Jahren einmal im Fernsehen gesehen, daher wusste ich, wie der Kriminalroman endet. Dennoch regte mich die allerletzte Seite zum Nachdenken an.

mordorient

Zum Inhalt gemäss exlibris:

Nach einigen Mühen hat Hercule Poirot ein Abteil im Kurswagen Istanbul – Calais des Luxuszugs ergattert. Doch auch jetzt ist ihm keine Ruhe vergönnt: Ein amerikanischer Tycoon ist ermordet worden, der ganze Zug voller Verdächtiger. Und der Mörder könnte jederzeit wieder zuschlagen. Eine Aufgabe, wie gemacht für den Meisterdetektiv.

Mein Fazit:

Ein gelungenes Lesevergnügen! Geschickt teilt Christie die Geschichte in drei spannende Teile auf: Der Mord geschieht, die Zugpassagiere werden verhört, Poirot denkt nach und schlägt schliesslich zwei verschiedene Lösungsansätze vor, wie das Verbrechen begannen wurde. Der Krimi liest sich flüssig und überrascht immer wieder mit einem Charme des frühen 20. Jh. Bei den Ermittlungen musste ich mehrmals schmunzeln; im Vergleich zur heutigen Technik und den fortschrittlichen Möglichkeiten, einen Mörder zu überführen, brauchte man zur damaligen Zeit, Scharfsinn und Köpfchen. Poirot stehen weder die forensische Wissenschaft, noch die DNA-Methode zur Verfügung; er verlässt sich auf sein Gehör, seine Notizen und Beobachtungen. Die Sprache war verständlich und fernab obszöner Begriffe, anständig und manchmal auch nachschlagebedürftig.

Am besten hat mir folgende Aussage von Monsieur Bouc gefallen:

„Ah, Sie finden das auch? Das hat noch niemand gemacht, glaube ich. Und doch, mein Freund – es bietet sich als Romanstoff geradezu an. Um uns herum sitzen Menschen aller Schichten, aller Nationalitäten, jeden Alters. Für drei Tage bilden diese Menschen, lauter Fremde für einander, eine Gemeinschaft. Sie schlafen und essen unter einem Dach, sie können sich nicht aus dem Weg gehen. Und nach den drei Tagen trennen sie sich wieder, jeder geht seine eigenen Wege, und sie werden sich vielleicht nie wieder sehen.“ (S. 26-27)

Mit dieser Bemerkung hat das Buch mich bereits in seinen Bann gezogen. Wie viel Ironie sich in ihr verbirgt, wird erst im Laufe der Handlung klar. Jedenfalls hatte ich schon immer eine Schwäche für Geschichten, die auf engem Raum stattfinden, mit Menschen, die einander fremd sind und ums Überleben kämpfen oder einen Mord aufklären müssen. Da hat meine beste Freundin mit dieser Buchwahl ins Schwarze getroffen.

Das Ende war unerwartet. Vor allem Poirots Entscheidung und Reaktion liess mich in gewisser Weise sprachlos. Alles in allem erhält der Krimi von mir 4/5 Sternen, da einige Passagen, vor allem die Verhöre, doch etwas langatmig waren. Ansonsten kann ich mich nicht beklagen und werde mit grosser Wahrscheinlichkeit schon bald wieder ein Buch von Agatha Christie zur Hand nehmen.

Wer den Roman noch nicht kennt, kann ihn hier bestellen.

Jetzt schau ich mir die Neuverfilmung an.

Alles Liebe,
Eure Melanie

9 Kommentare zu „Mord im Orient Express #rezension #buchtipp

    1. Liebe Eli 😊 ich bin schon sehr gespannt auf den Film, der Trailer erinnert stark an einen Thriller, Hollywood hat bestimmt in die Trickkiste gegriffen, um der Verfilmung einen Hauch Grusel zu verleihen. Dir auch einen ganz tollen Sonntag 😘

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  1. Den Originalfilm aus den 70er Jahren fand ich auch gut; aber was sich auch nicht übel liest, ist „Und dann gab’s keines mehr“- 10 Personen auf einer einsamen Insel, eingeladen von einem unbekannten Gastgeber, und nach und nach stirbt einer nach dem anderen – und es kristiallisiert sich heraus, dass der Mörder unter ihnen weilt. Nur: wer?

    Vielleicht sagt Dir das ja zu.

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    1. Hallo Ulrike, danke Dir vielmals für den Buchtipp. Ich liebe solche Geschichten, vielleicht verfalle ich dann wieder eine Lesephase, im Moment ist irgendwie die Luft raus. Hört sich spannend an. Kennst Du noch mehr Romane in diesem Stil?

      Liebe Grüsse
      Melanie

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  2. Da müsste ich mal schauen, ob ich etwas passendes finde. Von Agatha Christie wurde ich bisher noch nie enttäuscht, aber es gibt ja noch andere Autoren, die eine klaustrophobische Atmosphäre heraufbeschwören.

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    1. Ja, das stimmt. Ich habe verschiedene Thriller gelesen, wie etwa Murder Park oder Die Party von Jonas Winner, aber keines hat bei mir ein so schauriges Gefühl ausgelöst wie der Film Cube oder House of 9 🙂

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      1. Cube ist ja auch ein ganz besonderes Erlebnis. Eine etwas anders gelagerte aber ebenfalls beklemmene Atmosphäre vermitteln mir die Filme „SAW“ und „The Hole“ (mit Keira Knightley und Thora Birch).

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      2. Ich liebe die SAW-Filme, hatte das Glück, Costas Mandylor (Detective Mark Hoffman) im April zu treffen und seit diesem Event schreibt er mir ab und zu ^^ wenn alles klappt, sehen wir uns im Oktober wieder 🙂 The Hole kenn ich nicht, werde aber sehr gerne reinschauen

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      3. 4 Teenager lassen sich übers Wochenende in einem Erdbunker einschließen, um dort Party zu machen – eine von den Mädchen hofft, bei der Aktion endlich ihrem Schwarm näherzukommen – doch dann läuft das Wochenende aus dem Ruder…

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