Dienstagsmusik

Hallo liebe Bücherfreunde

heute möchte ich es wagen und eine neue Rubrik einführen, die ich hoffentlich auch durchziehen kann. Dabei dreht sich alles um meine Lieblingslieder, die für mich eine besondere Bedeutung haben und die ich gerne micht Euch teilen möchte.

Das erste Lied, das ich Euch vorstelle ist „Shine your light“ von Robbie Robertson:

Dieses Lied ist für mich mit vielen Emotionen und Erinnerungen verbunden. Mein Onkel war ein ziemlich bekannter Onlineredakteur für eine christliche Zeitung. Er hat tausende von Büchern gelesen und gehortet, sodass meine Tante nicht selten einen Second-Hand store mit Café in ihrem Haus eröffnen wollte. Diese Leidenschaft habe ich eindeutig von ihm geerbt und ich habe ihn verstanden und was Bücher ihm bedeuteten. Mein Onkel Bruno war mein Vorbild, er war mehr als nur ein Familienmitglied, er war mein Lehrer, von ihm habe ich mir das grösste Wissen zum Thema Theologie und Religion angeeignet. Wir konnten jeden zweiten Tag stundenlang über die Bibel und ihre Geheimnisse sprechen und er hatte so eine Art und Weise, Dinge zu erklären, dass die Faszination gross war. Leider erkrankte er Ende 2019 an unheilbarem Gallengangkrebs. Er ging zu spät zum Arzt, da hatte sich schon eine 14 cm grosse Metastase in der Leber gebildet und es konnte nichts mehr unternommen werden, um die Wucherung aufzuhalten oder den Krebs zu besiegen. Er liess noch eine Chemotherapie über sich ergehen, aber diese schenkte ihm nur noch wenige Monate. Mein Onkel war ein Kämpfer. Ab der Diagnose im Dezember 2019 lebte er noch fast zwei Jahre, doch es ging ihm jeden Tag schlechter und während dem Höhepunkt der Corona-Pandemie durfte ich ihn nicht mehr besuchen, obwohl wir Nachbarn waren. Wir unterhielten uns nur noch via Telefon und ich dachte immer, war das womöglich der letzte Anruf? Er kämpfte weiter, doch jeder Tag brachte neue Schmerzen, er war am Ende. Am 10.09.21 verstarb er schliesslich und hinterlässt meine Tante und meine zwei viel älteren Cousins. Bruno war eine der wichtigsten Personen in meinem Leben und ich vermisse ihn tagtäglich. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke. Manchmal erlebe ich etwas Aussergewöhnliches und will es ihm gleich mitteilen, doch dann wird mir schlagartig wieder bewusst, dass er nicht mehr da ist. Es gibt jedoch einen Traum, den ich gerne micht Euch teilen möchte. Eines Nachts träumte ich von meinem Onkel. Das war vielleicht drei oder vier Tage nach seinem Tod. Alles um uns war ausgeblendet und schwarz. Er stand vor mir und sagte nur einen einzigen Satz: „Ich bin so stolz auf dich!“ Das werde ich nie vergessen und ich war froh, dass er noch miterleben durfte, wie ich meine Doktorwürde in theologischen Studien erhielt. Er hat mir dann anschliessend erzählt, dass er vor Freude zehn Minuten geweint hat, weil ihm diese Chance nicht gegeben wurde. Mein Onkel war ein sehr frommer Mann und ich werde ihn und seine interessanten Geschichten nie vergessen. Auch werde ich nie vergessen, wie oft wir in Deutschland einkaufen waren. Er war ein waschechter Schnäppchenjäger. Es war immer eine wundervolle Zeit, die ich mit ihm verbringen durfte.

Das Lied „Shine your light“ erinnert mich sehr stark an ihn. Der Text birgt so viel Wahrheit:

Shine your light down on me
Lift me up so i can see
Shine your light when you’re gone
Give me the strength
To carry on, carry on

Bei diesem Refrain muss ich einfach an ihn denken, er ist bei mir und hilft mir, davon bin ich überzeugt.

He’s here but not here
He’s gone but not gone
Just hope he knows if I get lost

Er war nie ganz weg, er wird immer ein Teil von mir sein…

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5 Kommentare zu „Dienstagsmusik

      1. Tipps gegen die Leseflaute habe ich leider nicht. Ich lese überwiegend einmal die woche meinen Dienstplan… 😆 Du siehst, ich komme auch nicht zum lesen.

        Morgen ist wieder Gedudel. Einfach mitmachen und bei Nell auf dem Blog dann den Link hinterlassen zu deinem Beitrag.

        Gefällt mir

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